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Mehr Selbstbewusstsein – bessere Jobchancen

Simon Bühler hat viel vom Frankreich-Studium mitgebracht

Als Simon Bühler nach Deutschland zurückkehrte, genoss er die wieder gewonnene Freiheit – und vermisste die festen Strukturen. „Es war sehr schön, nach zwei Jahren Wohnheim wieder in einer WG zu leben, meinen Tag selbst zu planen, frei zu arbeiten“, erinnert sich der Maschinenbauer. „Aber gleichzeitig fehlten mir die klaren Vorgaben aus Frankreich: Dort bekam ich am ersten Tag meinen fertigen Stundenplan und wusste genau, was zu tun war.“

Gemeinsam mit einigen Kommilitonen war Simon ins Ausland gegangen, nachdem er das Vordiplom am Karlsruher Institut für Technologie abgelegt hatte. Er entschied sich für die Partnerhochschule ENSAM Paris Tech, verbrachte drei Semester an deren Studienzentrum in Metz und ein halbes Jahr in Paris. Die Kooperation der deutschen und französischen Hochschulen empfand er als große Erleichterung: Die Austauschstudenten bekamen einen Wohnheimplatz zugeteilt, bei der Rückkehr wurden alle Scheine problemlos anerkannt. Am Ende hatte er ein deutsch-französisches Doppeldiplom in der Tasche.

Durchhalten lohnt sich!
Trotz aller klaren Strukturen waren die ersten Monate in Frankreich nicht leicht. „Das Studienzentrum in Metz ist viel stärker von der Außenwelt abgeschottet als die Uni in Karlsruhe“, erzählt er. „Die Einführungsphase war unheimlich intensiv, gleichzeitig hatte ich noch letzte Klausuren in Karlsruhe zu absolvieren.“ Und obwohl Simon schon gut Französisch konnte, musste er die Fachsprache erst lernen. „Mehr als einmal habe ich überlegt, ob ich das Ganze abbrechen sollte“, sagt er. „Aber es hat sich gelohnt durchzuhalten.“

Im Rückblick ist Simon froh über das, was er gelernt hat. „Die Fächer waren sehr interessant: viele praktische Übungen an Maschinen, außerdem Management und Rhetorik – Themen, die für mich neu waren“, berichtet er. Er verbesserte seine Sprachkenntnisse und fand gute Freunde, zu denen er auch heute den Kontakt hält. Durch den Kontakt mit Franzosen änderte sich auch sein Bild von Deutschland. „In Frankreich sagt man: Gib einem Deutschen eine Aufgabe, und er erledigt sie; bei Franzosen musst du immer wieder nachhaken.“

Neue Fähigkeiten und neue Perspektiven entdeckt
Vor allem aber konnte Simon sich persönlich weiterentwickeln. „Ich habe gelernt, mit Stress umzugehen und mehrere Aufgaben gleichzeitig zu stemmen“, berichtet er. „Im französischen Studiensystem mussten wir in zwei Wochen zehn Prüfungen und drei Projektabgaben gleichzeitig schaffen, so etwas hätte sich in Karlsruhe über die ganze vorlesungsfreie Zeit verteilt. Dadurch bin ich selbstbewusster und eigenständiger geworden.“

Das kann übrigens auch seine Mutter Hannelore Bühler bestätigen, die ihren Sohn in seinem Auslandsstudium immer bestärkt hat. „Simon war weit weg von zu Hause und hat gelernt, Entscheidungen selbst zu treffen und Schwierigkeiten allein durchzustehen“, betont sie. „Auf diese Erfahrung kann er im Leben immer wieder zurückgreifen. Er hat einen neuen Blickwinkel gewonnen und wird sich im Berufsleben leichter tun, denn heutzutage ist Auslandserfahrung ja fast obligatorisch.“

Dass seine Qualifikationen tatsächlich zählen, merkte Simon bei der Jobsuche. Er schrieb nur eine Bewerbung – an Bosch – und bekam innerhalb des Unternehmens gleich mehrere attraktive Angebote. Seine Entscheidung fiel auf eine Promotion im Ausland: Inzwischen recherchiert er für Bosch in den Niederlanden ein praxisnahes Thema. „Dadurch, dass ich schon internationale Erfahrung habe, fiel mir dieser Schritt nicht schwer“, meint er. „Ich muss jetzt wieder viel Neues lernen, aber das habe ich in der Zeit in Frankreich gemerkt: Einfach ins kalte Wasser springen, und es wird schon!“

 

go out! Studieren weltweit – das Magazin des DAAD
Bericht Doppeldiplom Frankreich 110813, noch nicht freigegeben
Autorin: Claudia Ziehm, textAlz5∂claudia-ziehm de